Wieder im Besitz der Markgrafen (seit 1750)
Seit Mitte des 18. Jhdts. war Schnabelwaid wieder direkt in markgräflichen Händen.
Auf Christian Ernst folgte 1712 Markgraf Georg Wilhelm, der Erbauer der Eremitage bei Bayreuth. 1726 ging das Fürstentum an Georg Friedrich Karl über, der aber nur bis 1755 regierte. Seit diesem Jahr war Markgraf Friedrich, der als sehr kunstsinnig bezeichnet wurde (ein Schwager des großen Preußenkönigs Friedrich), Regent der Markgrafschaft Bayreuth. Dieser kaufte also Schnabelwaid und richtete 1766 das Oheramt Pegnitz, Schnabelwaid und Osternohe im Schloß ein, welches sich vorher in Pegnitz befand. Es blieb bis 1797 in Schnabelwaid. Bei den Erbhuldigungen zum Regierungsantritt des neuen Markgrafen im Jahre 1755 finden wir in den Huldigungslisten für Schnabelwaid nur 4 Personen verzeichnet als Adelich Bibraische Unterthanen, welche hiesige Amtsfolgenstücke besitzen“: Hannß Weinlein, Schmiedt, Hannß Strobel, Müller auf der Haidmühle Bürgermeister Böhmers Wittib Christoph Kürtzdorfers Wittib
(Es ist überhaupt ein seltener Zufall, daß immer in den Jahren, wo Huldigungslisten der Bayreuther Markgrafen vorliegen, Schnabelwaid im Besitz einer Adelsfamilie stand und die Einwohner somit zur Huldigung nicht verpflichtet waren.)
Auch die 2. Hälfte des 18. Jhdts. brachte wieder militärische Unruhen mit sich. Während des siebenjährigen Krieges Friedrichs des Großen mit Osterreich wurde das Fürstentum Bayreuth von den Preußen (die es schon damals als künftiges Erbe ansahen) zwar glimpflich behandelt, doch desto schlimmer hausten die Österreicher und die Reichstruppen. Dabei mußte die Bevölkerung immer wieder Kriegskostenentschädigungen an die Besatzung zahlen. Wenige Tage nach dem Friedensschluß zu Hubertusburg (15.2.1765) endete auch die Regierungszeit des Markgrafen Friedrich. Da er ohne Erben starb, folgte ihm sein Oheim Friedrich Christian, der als einer der schlechtesten Regenten in der Markgrafschaft“ bezeichnet wird. Unter ihm riß eine unheimliche Günstlingswirtschaft ein. Einer der Schlimmsten war der Kammerherr Johann Christian Trützschler Freiherr von Falkenstein, der sich nach dem Tode des Reichsgrafen von Ellrodt 1767 das Oberamt in Schnabelwaid verschafft hatte. Rücksichtslos drängte er alle ihm im Wege stehenden Männer beiseite, so daß er im Alter von 27 Jahren bereits die höchsten Ämter innehatte. Sein Einfluß war sogar so groß, daß er von dem schwachen Markgrafen die schriftliche Versprechung erhielt, nichts ohne Trützschlers Kenntnis vorzunehmen. Mit Wissen des Ansbacher Markgrafen (dem voraussichtlichen Erben der Bayreuther Lardgrafschaft ) schmiedete Trützschler den Plan, den Fürsten wegen angeblichen Blödsinns gefangen zusetzen und zum Abdanken zu zwingen. Sein Vorhaben je dochwurde verraten und Trützschler ließ man 1768 verhaften, er wurde aller Ämter und Würden entkleidet und auf die Plassenburg in Gewahrsam gebracht. Es glückte ihm jedoch schon ein paar Monate darauf, auf seinen Oberamtssitz Schnabelwaid entlassen zu werden. Nach dem Tod des Fürsten (im Januar 1769) wurde die Untersuchung gegen ihn eingestellt, und er erhielt wieder seine volle Freiheit. Doch mußte er sich mit dem Oberamt begnügen, da das ganze Ministerium aufgehoben wurde. Da Friedrich Christian ohne Erben starb, und damit die Bayreuther Linie der Hohenzollern erlosch, fiel das Fürstentum wieder an Brandenburg-Ansbach. Die Herrschaft trat nun Christian Friedrich Carl Alexander an. (Sein Monogramm A ist über dem offenen Kamin im Schnabelwaider Schloß erhalten.)
1770 und 1771 waren Not und Teuerung die Folge von Mißernten. Auch eine große Seuche, die Ruhr, gesellte sich dazu. Der neue Markgraf erwies sich jedoch auch als wenig charaktervoll. Er ,,verschacherte“ Soldaten seines Fürstentumes an die Engländer, die sie zur Unterdrückung der Aufstände in Amerika einsetzten. So wurden 1777 zwei Infanterieregimenter zu je 570 Mann, 101 Jäger und 44 Artilleristen, also insgesamt 1285 Mann, in englische Dienste gestellt. Doch schon vor der Überfahrt desertierten 20 Mann. Ihnen folgten mehrere Nachschübe, so daß sich zum Schluß 2555 Mann aus dem vereinigtem Fürstentum unter englischem Befehl befanden. Zu den Truppen in Amerika stieß später auch noch der nachherige Schnabelwaider Pfarrer Erb als Feldprediger. Aber auch andere Fürsten, wie der Herzog von Braunschweig, der Landgraf von Hessen und andere mehr versuchten auf diese Weise ihre leeren Kassen zu füllen.
Nachdem das gesamte englische Heer 1781 von dem amerikanischen General Washington gefangengenommen worden war, kehrten 1785 wieder 1185 Mann zurück, wobei manche in Amerika ihre neue Heimat fanden; durch Kämpfe waren nur wenige ums Leben gekommen, viele jedoch durch Krankheiten.
Aufgrund des Einflusses der Engländerin Lady Craven, die der Markgraf auch später heiratete, trat er bereits 1791 seine beiden Fürstentümer an die Krone Preußens ab und übersiedelte mit seiner Frau nach England, wo er 1806 auf seinem Landsitz ,,Brandenbourghouse“ starb.
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