Einleitung
Der Markt Schnabelwaid liegt gerade auf der Wasserscheide zwischen dem Roten Main und der Pegnitz, deren beider Quellen sich in der Nähe befinden. Der nördliche Ablauf des Craimoosweihers führt zum roten Main, der südliche zur Pegnitz. Gegen Norden zu entsteht das Rotmaintal, gegen Süden das Pegnitztal. Östlich und westlich des Ortes erheben sich kleinere Höhenzüge, so daß der Ort selbst in einer wasserreichen Mulde liegt, was einen hohen Grundwasserstand zur Folge hat. Da unter dem nicht sehr tiefen Humus blauer Letten und Ölschiefer liegen, dauert es im Frühjahr immer sehr lange, bis die Wiesen trocknen.
Durch den Ort fließt der früher ,,Wallmersbach“ bezeichnete Abfluß des Craimoosweihers als kleiner Bach. Der Boden ist kalkarm und lehmhaltig, gegen den Bach zu moorig, gegen die Höhen zu sandig. Die beiderseitigen Anhöhen enthalten Eisenerz und Farberde; beides wurde noch bis in unser Jahrhundert hinein abgebaut. Die westlichen Höhen sind die letzten Ausläufer der Fränkischcn Schweiz, sie wurden stark abgeholzt und in fruchtbares Ackerland verwandelt. Auf der östlichen Höhe beginnt das ausgedehnte Waldgebiet des Kitschenrains.
Durch den Markt Schnabelwaid führt eine Bundesstraße, die sich ein paar mal biegen muß, Die älteren Häuser der Ortschaft stehen hauptsächlich in einer Reihe links und rechts der Straße. Auf der östlichen Höhe entwickelte sich eine neue Siedlung, in der Mehrzahl von Vertriebenen bewohnt, der Anstieg im Westen ist weniger bebaut. In der Mitte des Marktes steht die Evang. Pfarrkirche, unterhalb davon im tiefer gelegenen Wiesengelände das Schloß, teilweise von Wasser umgeben.
Die Geschichte dieses Marktes soll nun im Folgenden behandelt werden, und zwar unter Berücksichtigung vieler Gesichtspunkte; doch wird manches unerwähnt bleiben, vor allem im Hinblick auf eine allzu große Ausweitung des Stoffes.
Da vorgeschichtliche Funde aus der näheren Umgebung kaum bekannt sind, soll dieses Kapitel auch gar nicht erst behandelt werden.
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