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Die Flurnamen

Unter Flurnamen versteht man nicht nur die Benennung einzelner Teile des kultivierten Landes (der Äcker und Wiesen), sondern vereinigt mit diesem Begriff auch die Benennungen der Berge und Täler, Wälder, Gewässer, Stege und Wege. Flurnamen sind also vom wissenschaftlichen Begriff her die Namen aller nicht bewohnten Örtlichkeiten.
Zunächst einige Flurnamen, die mit alten Straßen in Verbindung stehen. ,,Im Kreuzstein“ Wird eine Feldflur am Ortsausgang Schnabelwaids nach Lindenhardt zu genannt, doch ist der Stein, der früher dort stand, nicht mehr erhalten. An der Straße nach Preunersfeld liegen ,,Straßenäcker“. Auch die ,,Scheibelgasse‘ erinnert an einen alten Weg. ,,Scheibe“, mhd ,,schibe“, bedeutet oft ,,Kreis“, also einen Platz, auf dem man den Wagen umwenden kann. Gaßäcker kommen am Creußener Weg und im Craimoos vor. ,,Ram“ nennt einen Ort, wo das Holz ,,abgeraumt“, also abgeschlagen wurde; der“Ramsteig“ist daher eine Holzfuhr.
An die herrschaftlichen Verhältnisse erinnern die ,,Herrnfelder“ und der ,,Heroldsgraben“, der auch ,,Höretsgraben“ genannt wird. Die “Schloßmutterwiese“ läßt auf eine gütige Schloßherrin schliessen. Es könnte der Freifrau von Bibra zugedacht worden sein, die viele Stiftungen machte, oder auch Helena von Künsberg, die sich während des 30-jährigen Krieges sehr um das Wohl der Einwohner kümmerte.
Der ,,Galgenberg‘ südlich der Lindenhardter Straße deutet auf die Halsgerichtsbarkeit hin, wahrscheinlich war dort der Standort des Galgens. Die ,,Luderecken‘ gleich beim Galgenberg könnte im Zusammenhang mit dem Galgen stehen. (Luder = Ass).
Daß das Gelände sehr sumpfig war, geht aus den vielen Flurnamen hervor, die mit dem Wasser zusammenhängen, wie ,,Wasserhetschen“, ,,Wasserwiesenäckerl“ usw. Auch ,,im Sor“, = im Sumpf, deutet darauf hin. ,,Im See“ werden Wiesen genannt, die wohl trockengelegt wurden.
Mit Viehhaltung hängen zusammen: ,,im Viehtrieb“, ,,Koppelhut“, ,,Ochsenwiese“. Der ,,Schäfacker‘ weist auf die sehr bald betriebene Schäferei hin.
Verschiedene Berufe werden durch die "Meilerstätt" das ,,Ziegeläckerl“ und das ,,Töpferbrennofenfleckl“ genannt. ,,Am Bienschneider“ deutet auf das frühere Zeidelwesen hin.
Auf die Jagd lassen ,,Wolfslohe“, ,,Hirschschale“, früher ,,Hirschsolen“, und ,,Bärnwinkel“ schließen. ,,Sole“ bedeutet so viel wie ,Wildlache“. Das ,,Bär“ wird oft verwechselt mit mhd ,,ber“ Wildschwein.
Die ,,Streitstauden“ können sowohl auf ein Gericht hinweisen, als auch an die Familie Streit erinnern, die in dieser Gegend sehr begütert war. Die ,,Hammerleite“ erinnert an eine Hammerschmiede. Doch kann auch damit die altgermanische Sitte des Hammerwerfens als Zeichen der Besitzergreifung gemeint sein, was aber wohl hier zweifelhaft ist.
Da Schnabelwaid keine gewannartigen Fluren aufweist, wird man bei der ,,Wend am untern Schäfacker“ und , Wand am Bärnwinkel“ wohl einen Platz annehmen müssen, auf dem man den Pflug umwenden konnte.
Die Beschaffenheit des Bodens nennen die Flurnamen ,,Gsteinig“, ,,Oedacker“,“Dürre Wiese" Der ,,Stiegelacker“ lässt sich zurückführen auf die ,,Stiegel“, welche ein Steigbrett in einem Zaun an Fußwegen war.
Schwierig zu deuten sind ,,auf dem Sorg im Berg“ ( vielleicht ist damit auf eine der Warten angespielt, die als Wachttürme rings um Creußen errichtet wurden ), die ,,Sperkenwiese“ und die Bezeichnung im ,,Wollner“ (vielleicht vom Wallmersbach, der den Craimoosweiher als Ablauf verläßt).
Daß das Gregorifest schon längere Zeit in Schnabelwaid gefeiert wurde, daran erinnert der ,,Gregoriplatz“, der auch heute noch besteht (am Ortsausgang nach Pegnitz), aber heute für dieses Fest viel zu klein ist.
Der ,,Schulacker‘ weist auf Grundstücke der Schule hin. Ein weiterer Acker wird mit ,,an der dritten Schulwegerle“ bezeichnet.

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