Katholische Kirche St. Otto
Bis zum Jahr 1945 gab es nur wenige Katholiken in Schnabelwaid. Bei der Volkszählung 1915 zählte man in diesem Ort 20 Katholiken. Seit 1837 waren sie in Troschenreuth eingepfarrt und wurden vom Kuratus aus Pegnitz seelsorgerisch betreut. Nachdem sich ihre Zahl bis auf 50 vermehrt hatte, hielt der Kurat im Schloß, der Wohnung des damaligen Forstmeisters, alle 4 Wochen eine Messe. Zu erwähnen ist hier das gute Einvernehmen der Katholiken mit den Protestanten, wie es Pfarrer Hermann 1919 beschreibt. Seit 1945 wurde die evangelische Kirche auch für katholische Gottesdienste zur Verfügung gestellt. Denn in diesem Jahr kamen sehr viele Flüchtlinge aus Schlesien und dem Sudetenland nach Schnabelwaid. Da es jedoch nicht klar erschien, ob sie alle im Ort bleiben würden, und auch viele wieder umsiedelten, wurde erst im Jahr 1961 der Grundstein für die neue Kirche gelegt. Am 30. Sept. 1962, dem Fest des Hl. Otto von Bamberg, fand die kirchliche Weihe statt. Der Schutzheilige wurde als Kirchenpatron ausgewählt wegen seiner Beziehung zum christlichen Osten (er hielt sich am Hof des Polenherzogs Wladislaw auf), und gleichzeitig seiner Verbundenheit mit dieser Gegend (Kloster Michelfeld wurde von ihm gegründet und der Altar in Büchenbach durch ihn geweiht).
Die Kirche steht an der Bundesstraße nahe dem Ortsausgang nach Bayreuth. Ihr moderner Bau zeigt eine quadratische Form, das einfache Zeltdach ist an der einen Seite über der Sakristei und dem Seitenaltar abgeschleppt. Der betonierte Glockenträger mit Kreuz und holzverschalter Glockenstube steht auf der Seite der Bundesstraße und erhebt sich über dem Windfang des Eingangs. Das Innere ist deutlich in 2 Räume getrennt, einen größeren Raum für den Gottesdienst und einen kleineren für das Gebet außerhalb des Gottesdienstes. Der größere, gottesdienstliche Raum ist streng quadratisch, 12 x 12 m, die Wandhöhe beträgt 6 m. Die 7 quadratischen Fenster an der Eingangsseite sind ornamental gruppiert und geben dem Altar und Taufstein helles Seitenlicht. Ein Fenster in der Altarwand rechts oben hebt diese Wand besonders hervor, diagonal gegenüber befindet sich das Fenster mit dem Kirchenpatron. Der Altar aus rotem Mainsandstein ist in Tischform gehalten, das Kreuz darüber ist von der Offenbarung des El. Johannes inspiriert, dessen Mittelpunkt ein Lamm bildet. Hinter dem Altar steht ein siebenarmiger Leuchter.
Als Material wurden verwendet:
dünnformige Backsteine für das Äußere, roter Mainsandstein für Altar, Seitenaltar, Taufstein und Weibwasserbecken. Das Kircheninnere ist verputzt, die Fenster sind bleiverglast.
Diese Kirche wurde von dem Nürnberger Architekten Peter Leonhardt entworfen.
Die seelsorgerische Betreuung der Katholiken Schnabelwaids erfolgt durch die Pfarrei in Creussen.
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