Das Schulwesen
Über das Schulwesen in Schnabelwaid sind die Nachrichten sehr lückenhaft.
So wird für das Jahr 1581 ein Schulmeister genannt. Die Schule wurde durch die Herren von Künsberg gegründet und dotiert. Pfarrer Roßner erwähnt die Bitte des Hans Friedrich von Künsberg, eine Kirche bauen zu dürfen, und schreibt weiter „worauff sodann diese Kirche, Pfarr- und Schulhaus sey erbauet worden“.
Da die Kirche 1602 bereits fertig war, so mag auch das Schulhaus in diesem Jahr schon gestanden haben. Sein Standort soll unterhalb der Kirche auf der östlichen Seite gewesen sein. Im 30-jährigen Krieg wurde es 1633 zerstört, und dürfte um 1650 wieder aufgebaut worden sein. Doch schon 1687 wurde es infolge einer Brandkatastrophe wieder vernichtet. Seitdem blieb das Schulhaus von schweren Katastrophen verschont.
Nach Pfarrer Roßner war der Schullehrer auch Kantor, wie es zur damaligen Zeit vielerorts üblich war.
In den Sterbematrikeln 1679 ist der Tod des Schulmeisters Johannes Franck eingetragen, er wird als ,,ein gewesener 29-jähriger Schulmeister allhier“ bezeichnet. Also wurde er 1650 Schulmeister in Schnabelwaid.
Johann Finck wird in den Traumatrikeln von 1680 erwähnt als ,hiesiger Schulmeister, Organist und Gerichtsschreiber“.
Von 1685 - 1733 war Johann Friedrich Boroldt Schulmeister, Gerichtsschreiber und Organist.
Die nächste Erwähnung geschieht 1737 durch Johann Friedrich Siegmund Hedler in den Pfarrakten als ,,Hochfürstl. Brandenburg. wohlverordneter Organist und Schulmeister‘ und ,,Hochfreiherrl. Bibraischer Gerichtsschreiber“.
Er versuchte in Zips, Schönfeld und Neuenreuth, die nach Pegnitz gepfarrt waren, das Weihnachtsumsingen mit seiner Schuljugend einzuführen. Dabei traf ihn der Kantor von Pegnitz, der an Ort und Stelle dagegen protestierte, aber vergeblich und deshalb Beschwerde durch das Pfarramt Pegnitz führte. Sein Name erscheint wiederholt bis 1755.
1756 wird Friedrich Beroldt, ein ,,Landschulmeister dahier“, aufgeführt.
1758 - 1780 wird der Schulmeister und Gerichtsschreiber Johann Wilh. Wolfg. Bauersachs erwähnt. Er ist im August 1780 „verunglückt“. Wahrscheinlich endete er durch Selbstmord.
1781 zog der frühere Kantor aus Pegnitz, Johann Nicolaus Grimmer, auf. „Wegen Vergütung eines auf 7 fl 27 3/4 kr sich belaufenden Schulrestgeldes von armen Kindern wird er am dasigen Kirchen Aerario vorstellig“. Er wird bis 1804 erwähnt.
1805 brachte ein „Schullehrer und Rendant dahier“, Georg Adam Stoehr, ein Söhnlein zur Taufe. Er wird auch „Verweser der Schullehrerstelle dahier“ genannt. Die Verwesung wird wohl in diesen schwierigen Zeiten.
1806 kam die Markgrafschaft Bayreuth unter französische Herrschaft noch einige Jahre gedauert haben.
1811 erscheint der Schullehrer Daniel Christoph Heinr. Feiler. Er wurde 1816 zur gewissenhaften Verzeichnung der Schulabsenten ermahnt. (Damals scheint man es mit der Schulpflicht nicht so genau gehalten zu haben.) Er starb 1828 an Lungenentzündung.
Ihm folgte zunächst als Verweser Johann Martin Heidenreich. Seit 1850 war er definitiver Lehrer und Kanter. In den letzten drei Jahren seines Dienstes waren ihm der Reihe nach acht Schulgehilfen beigegeben. 1866 trat er in den Ruhestand.
1866 -1868 war Friedrich Wilhelm Apel Lehrer in Schnabelwaid.
Nach ihm versah der Schuldienstexpektant Mungert die Schulstelle.
Der nächste Lehrer war 1869-1875 Joh. Matth. Popp.
Anschliessend betreute der Verweser Loder von Neuensorg die Schule.
Der darauffolgende Lehrer, Joh. Heinrich Geyer, 1874 - 1876, fand eine Zahl von etwa 200 Schülern vor.
Ihm folgte Heinrich Dürrschmidt, von 1876 -1899 Lehrer und Kantor in Schnabelwaid.
Nach ihm betreute der Verweser Eberhard Opel die Schüler.
Nächster Lehrer war Otto Fugger von 1899 - 1902.
Ihm folgten Georg Eichhorn 1902-1915
Die Verweser Groß und Bergmann bis 1914
Wilhelm Müller 1914 - 1932 trennte von sich aus Schule und Kirche
Johann Krauß 1932 - (unbekannt)
Die bisher genannten Lehrer waren an der ,,alten“ oder ,oberen“ Schule tätig.
Wegen der zu großen Schülerzahl (1876 etwa 200 > wurde 1876 die „,untere“ oder auch „kleinere“ Schule errichtet.
So entstand 1876 eine Hilfslehrerstelle, die 1877 in eine Verweserstelle verwandelt wurde. Wegen des Lehrermangels mußte die Stelle aber oft vom Lehrer der oberen Schule betreut werden.
1876 besuchten bei der Einrichtung 59 Knaben und 40 Mädchen die untere Schule. Folgende Lehrkräfte waren darin tätig:
Johann Heinrich Schelter, Hilfslehrer, 1876 - 1877
Karl Friedr. Kästner, Verweser, 1881 - 1885 600 Mark Gehalt
Michael Vogel 1885 - 1889
Georg Wippenbeck 1889 - 1897
Lorenz Friedmann 1897
Karl Meyer 1897 - 1899
Georg Kunze 1899 - 1902
Heinrich Gärtner 1902 - 1906
Heinrich Vogel 1906 - 1907
Thekla Delfs 1907 - 1908
Fritz Ellrodt 1908 - 1912
Hermann Westermacher 1912 - 1916
Lina Grell 1915 - 1919
Christian Hörath, Hilfslehrer 1919
Helene Herding, Lehrerin 1919 - 1927
Emma Lutz, Hilfslehrerin 1927 - 1931
Fr. Löwel, Schulamtsbewerber 1932
Seit dieser Zeit fehlen genauere Angaben, weshalb nur einige Namen aus der jüngeren Zeit aufgezählt werden sollen:
Frau Maywald unterrichtete schon lange, bis sie 1968 wegen Krankheit ausscheiden mußte.
Weitere Lehrer und Lehrerinnen:
Herr Hofmann, Herr Häffner, (Frau) Herr Krotstolln, Herr Geyermann,
Frl. Escherich., Herr Friedrich Gerber; weiterhin unterrichten Frl. Berthold und Fr. Kasjankov.
Im Verhältnis zu den Lehrern von heute bekamen die früheren ,,Schulmeister“ eine kärgliche Entlohnung. So erhält „der Kantor und Meßner“ von Schnabelwaid 1844 (er scheint gleichzeitig Schulmeister gewesen zu sein) als jährliche Leistung von jedem Hausbesitzer 7 Kreuzer Singgeld, 3 Kreuzer 6 Heller Läutgeld und 1 Laib Läutbrod.
Leider ist das Güterverzeichnis des Lehrers Feiler vom Jahr 1811, betreffend die Schulgrundstücke, nicht mehr auffindbar; doch erinnern der ,,Schulacker“ und ,,die 3. Schulwegerle“ im Kataster von 1844 noch an solche Grundstücke.
Den Mangel an geeigneten Klassenräumen entnehmen wir einer Notiz von Hagen wonach in der Gemeinde Schnabelwaid die Wohnstube des Kirchners und Schulmeisters bis 1816 als Lehrzimmer Verwendung fand. Später wurde dann dafür ein besonderer Raum im Kantoratsgebäude verwendet, das die Obere Schule bis nach dem Kriegsende beherbergte.
Auch pompöse Schulprüfungen und Preisverteilungen wurden noch 1842 in Schnabelwaid veranstaltet. Sie folgten meist am Nachmittag auf die vorherige Kirchenvisitation.
1910 wird beantragt, eine einstündige Mittagspause einzuhalten, damit die Kinder etwas Warmes essen können, weil die meisten weiter entfernt wohnen. In diesem Jahr kamen aus der Schulsprengel 6 Schüler aus Craimoos, 10 aus Schönfeld, 2 von Neumühle und 20 aus Preunersfeld.
Seit wann das Gregorifest schon in Schnabelwaid begangen wird, läßt sich nicht feststellen. In Creußen galt es bereits 1688 als ,,althergebracht".
Im Jahr 1965 wurde endlich die neue Schule gebaut; schon 1914 war ein Neubau geplant, doch durch den 1. Weltkrieg zerfiel das Vorhaben. Das untere Schulhaus wurde daraufhin abgerissen.
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